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200 Pfarrarchive im Diözesanarchiv deponiert

Datum:
Veröffentlicht: 29.1.10
Von:
Dr. Josef Urban

Sicherung und Erschließung von Pfarrarchiven für die Forschung schreitet voran

Die Pfarrarchivpflege, d.h. die Sicherung und Erschließung von Pfarrarchiven für die Forschung, bildet seit geraumer Zeit einen Schwerpunkt in der Arbeit des Archivs des Erzbistums Bamberg. Denn auch diese Archive sind - kirchlichen Gesetzesvorgaben entsprechend - „mit größter Sorgfalt“ aufzubewahren und zu verwalten.

Für die Bewältigung dieses Aufgabenbereiches wurde bereits 1991 mit Elmar Kerner M.A. ein eigener Archivar von der Erzdiözese angestellt. Seither hat sich viel getan: Jährlich werden ca. 10 bis 15 Pfarrarchive im Diözesanarchiv deponiert und damit zunächst einmal vor weiteren Verlusten gesichert. Wichtig dabei ist, dass die Archive nur als Leihgaben der Pfarreien nach Bamberg gegeben werden und die Unterbringung der oft wertvollen Unterlagen kostenlos ist. Der Leiter des Archivs, Dr. Josef Urban, hofft allerdings, dass die Kirchenverwaltungen deponierter Pfarrarchive mit 25 € jährlich dem Förderverein „Freunde des Diözesanarchives“ beitreten und die Archivarbeit unterstützen. Einige Pfarrer haben sich schon bereit erklärt; es ist um der Sache willen zu hoffen, dass noch viele diesen Schritt tun.

Allein mit der Einlagerung des Archivgutes begnügt man sich aber in Bamberg nicht: Im Diözesanarchiv ist man trotz knappen Personals stets bemüht, die Pfarrarchive sobald wie möglich soweit zu ordnen, dass sie bald wieder eingesehen und benutzt werden können. Denn Pfarrarchive sind keineswegs nur etwas für Familien- und Heimatforscher, sondern auch für die unterschiedlichsten Fragestellungen der wissenschaftlichen Forschung oft ein wahre Fundgrube. Auf diese Weise werden jährlich ca. zehn Archive wieder für die Benutzung im Lesesaal freigegeben. Restaurierungsbedürftige Dokumente, darunter handgezeichnete und kolorierte Karten, Pläne und Risse, werden fachkundig einer sachgerechten Restaurierung zugeführt, beispielsweise in der kirchlichen Restaurierungsstätte der Benediktinerinnenabtei St. Hildegardis Eibingen bei Rüdesheim.

Kürzlich gab es im Bereich der Pfarrarchivpflege ein kleines Jubiläum zu feiern: Mit der Übernahme des Archives der Pfarrei Mariä Geburt in Steinwiesen wurde das 200. Pfarrarchiv im Diözesanarchiv deponiert. Damit sind mehr als die Hälfte aller Archive der Pfarreien und Seelsorgestellen in der Erzdiözese unter Wahrung der Eigentumsrechte im Archiv des Erzbistums Bamberg untergebracht. So auch das Archiv der katholischen Pfarrei Steinwiesen: Obwohl die Pfarrei mit Pfarrer Richard Reis hauptamtlich besetzt ist, waren die Verantwortlichen der Ansicht, dass die für die Pfarrgeschichte einzigartigen Quellen in den modernen Magazinräumen des Diözesanarchives besser aufgehoben sind. In diesem Jahr will Elmar Kerner das Archiv soweit ordnen, dass auch diese Unterlagen im Lesesaal am Regensburger Ring in Bamberg eingesehen werden können.